Der MDR1-Defekt
Kurz und laienhaft erklärt, handelt es sich hierbei um einen genetischen Deffekt, der in erster Linie eine Unverträglichkeit bestimmter Arzneimittel zur Folge hat, die von zentralnervösen Störungen (Unruhe, Muskelzittern..) bis zum Tod führen kann.
Dies wiederum bedeutet, daß der hiervon betroffene Hund (MDR1 -/-) aus der Vielzahl der auf dem deutschen Arzneimittelmarkt vorhandenen Medikamente einige nicht bekommen darf.
In aller Regel bleiben aber immer noch genügend Medikamente zur Auswahl, die auch bei diesen Hunden ohne bzw. mit kalkulierbaren Risiken angewendet werden können.
Interessant ist auch der Aspekt, daß dieser Defekt wohl vor über 200 Jahren durch eine Mutation entstanden ist, allerdings erst durch die immer genaueren technischen Verfahren der letzten Jahre genau bestimmt und nachgewiesen werden konnte.
Vor hundert Jahren waren außerdem noch nicht so viele Arzneimittel auf dem Markt, so daß der „Fehler“ eben auch erst in den letzten Jahrzehnten zum Tragen kam.
Also ehrlich gesagt: nachweislich besitze ich mindestens einen Collie, der mit diesem Defekt lebt. Aber auch meine Langhaarcollies (einer lebt heute noch bei mir im Haus) waren vermutlich von diesem Defekt betroffen.
Ich muß sagen: Sie leben recht gut damit. Ich kann bis heute keinerlei Beeinträchtigung feststellen!
Wir alle sind sicherlich bemüht, gesunde Tiere zu züchten und als Besitzer die Gesundheit dieser Tiere zu erhalten. In den letzten zehn Jahren, in denen ich Collies halte, bin ich mit meinen Hunden fast ausschließlich zur Impfung beim Tierarzt gewesen. Ansonsten kamen wohl noch einige kleinere Verletzungen dazu bzw. mal eine Zahnsteinentfernung. Ich denke, daß heutzutage jeder gut ausgebildete Tierarzt auch bei einem Collie die richtigen Medikamente einzusetzen weiß, um derlei Probleme zu behandeln. Und ob am Ende z.B. Zytostatika tatsächlich angewendet werden müssen – von denen viele eben nicht „vertragen“ werden – bleibt dann wohl eine weitere Frage, der sich jeder verantwortungsvolle Tierhalter selber stellen mag.
Für diejenigen, die sich noch genauer informieren wollen hier nun der link zur Seite der tiermedizinischen Fakultät der Uni Gießen, wo sich eine Arbeitsgruppe mit dieser Problematik befasst.
http://www.vetmed.uni-giessen.de/pharmtox/mdr1_defekt.html
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